Freitag, 24. Juni 2016

Black Friday

BBC News






Ein böses Erwachen war das heute in der Früh für mich als bekennender Anglophiler, als Einer, der immer an das Gemeinsame in Europa geglaubt hat, auch wenn mich die Vergangenheit immer wieder eines Schlechteren belehrt hat. Nun haben wir es also schwarz auf weiß, die Briten wollen raus aus der EU. Das knappe Ergebnis zeigt auf, dass ein weiteres europäisches Land politisch zerrissen ist.

 

Wie wird es nun weitergehen? Ein David Cameron kann nur zurücktreten, nachdem er sich im Vorfeld immer für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hat. Wie wird es mit dem UK weitergehen? Wenn man sich die Ergebnisse im Detail ansieht, kommt klar zum Ausdruck, dass Schottland im europäischen Verbund bleiben will, wurde ja auch im Vorfeld immer wieder betont. Und auch bei Nordirland wäre ich mir da nicht so sicher. Zerfällt somit das Vereinigte Königreich? Dann kann sich Cameron, auch getrieben von den Populisten à la Nigel Farage, dafür auf die Schulter klopfen.

 

Und wenn wir dieses Ergebnis jetzt auf Österreich herunterbrechen, dann wird schon eines wieder ganz klar. Strache und seine Jünger fletschen schon mit den Zähnen, während sie freudestrahlend in die Luft springen. Es wird nicht lange dauern, bis sie auch mit ihren Austrittsgelüsten wieder die Medien zumüllen werden. Auch wenn die derzeitige Stimmungslage noch für den Verbleib in der EU spricht.

 

Aber ich bin mir sicher, die Populisten lassen sich mit Unterstützung des hiesigen Boulevards sicher ein paar „tolle“ Geschichten einfallen, um auch diese Stimmung wieder zu drehen. Apropos Populisten, Nigel Farage hat in seiner Siegerlaune wörtlich von sich gegeben: „Wir haben es geschafft, ohne dass eine einzige Kugel abgefeuert wurde“  Jetzt wird also schon Kriegsrhetorik benutzt, und solchen Leuten jubeln Politiker in unserem Land zu ….

 

… besuchen Sie Europa, so lange es noch steht!

 
Nachtrag: soeben hat mein Handy gebimmelt, Breaking News Meldung aus dem UK … Cameron tritt zurück.


Montag, 13. Juni 2016

60 Minuten - Playlist vom 13. Juni 2016


Während in Frankreich um die europäische Krone im Fußball gespielt und in Österreich um die "oberste Krone" gestritten wird, spielen wir einfach gute Popmusik. Welche genau, könnt ihr hier jetzt nachlesen.

Die Sendung ist in den kommenden Tagen dann auch wie gewohnt wieder im Stream abrufbar.


Francis
Bridges
Field Music
Same name
Heron Oblivion
Oriar
The Magnetic Mind
When the morning comes
Heron Oblivion
Beneath fields
Jon Kenzie
Another town
The Liminanas
Garden of love
Heron Oblivion
Sudden lament
Exmagician
Job done
Carnival youth
Connection lost
Heron Oblivion
Faro
The Kills
Doing it to death


Danke fürs Zuhören!

60 Minuten (Lieder, Geschichten, Lyrics) gibt's wieder am 11. Juli 2016 auf radio AGORA.

... and the best game you can name ...

... is the good old hockey game.



Für manche mag es absurd erscheinen, im Juni noch über Eishockey zu schreiben, noch dazu wo es ja sportlich derzeit nur ein Thema geben kann ... Fußball. Doch ... gefehlt, in der Nacht von Sonntag auf Montag ist es den Pittsburgh Penguins gelungen zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den berühmt berüchtigten Stanley Cup zu holen. Congrats Pens!! Ich freu mich für euch, ich freu mich für die Fans, für die Stadt und ... für mich selbst als langjähriger Penguins-Fan.

Jetzt zieh ich mir mein Penguins Dress an, setzte die passende Kappe dazu auf und warte bis das nächste Fußballspiel beginnt. ... Oh the good old hockey game, is the best game you can name ...

Mittwoch, 8. Juni 2016

Der polnische und russische Beigeschmack


news.orf.at
Ich habe lange darüber nachgedacht, diese Zeilen hier zu schreiben, wollte ich mich doch nicht in politische Diskussionen einmischen, weil dies hier meiner Meinung nach ein Platz für die Musik und die Popkultur sein sollte. Aber angesichts der aktuellen Lage in unserem Land und der Schlagzeile „FPÖ ficht Hofburg-Stichwahl an“ kann ich nicht anders und muss jetzt auch mal meinen Senf dazugeben.


Mit einer Wahlanfechtung will man also ein „gespaltenes Land“ wieder einen. Na ob das nicht einmal nach hinten losgeht. FPÖ und Hofer - knapp Zweiter aber eben doch Verlierer - orten also Unregelmäßigkeiten. Nur führen diese Unregelmäßigkeiten zu einer Neuaustragung der Stichwahl, wenn beispielsweise Wahlkarten zu früh ausgezählt wurden? Ich denke nicht, also warum dann der ganze Trubel? Unbestritten, Unregelmäßigkeiten gehören ausgeräumt, darüber wird auch keiner etwas anderes sagen, aber haben wir es hier nicht auch wieder einmal mit Populismus zu tun? Die FPÖ ist seit jeher die wehleidigste Partei in Österreich, sprich, immer viel austeilen, aber nix einstecken können.


Was, wenn der VfGH entscheidet, dass es zu keiner neuerlichen Austragung der Stichwahl kommen muss? In diesem Fall wird die FPÖ sich gut verkaufen und auch noch über die Höchstrichter schimpfen. Bei der nächsten Nationalratswahl wird man ohnehin Erster („Dank“ der SPÖ-Ausgrenzungspolitik gegenüber der FPÖ) und dann kann man endlich walten und verwalten und endlich alle wichtigen Posten und Gremien umfärben oder gar ganz abschaffen. Irgendwie hat das einen Beigeschmack, der mich sehr stark an Länder wie Polen erinnert.


Vielmehr geht es Strache aber um seinen eigenen Machterhalt. Hofer hat durch die Bundespräsidentenwahl viel an Sympathien gewonnen die Strache wohl abgehen werden. Sollte Hofer also nicht Präsident werden, könnte es bei der Nominierung des Spitzenkandidaten für die nächste Nationalratswahl zu einem offenen Machtkampf zwischen Hofer und Strache kommen, auch wenn Hofer immer wieder betont, kein Interesse zu haben, an der Spitze der Partei stehen zu wollen.


Wir haben (derzeit) in Österreich ein funktionierendes System, welches Unregelmäßigkeiten – so wie anscheinend bei der Stichwahl – aufdecken soll bzw. muss. Für den Fall, dass es zu einer Neuaustragung der Wahl kommt sei nur eines angemerkt: sollen wir wirklich dem Kandidaten einer Partei die Stimme geben, deren wichtigstes Gesicht erst unlängst offen über eine Wiedervereinigung Tirols nachgedacht hat (und da kommt der russische Beigeschmack – Putin und die Krim). Wir leben im 21. Jahrhundert und müssen die Grenzen und die Souveränität eines Staates anerkennen. Was würde Strache zum Vorschlag sagen, wenn Slowenien Teile Kärntens eingliedern möchte … aber das wäre wieder eine andere (Populismus)Geschichte.


Die nächsten Wochen versprechen noch hitziger zu werden, als sie bisher schon waren, daher empfehle ich Herrn Strache & Co, kühlen Kopf zu bewahren, sich zu entspannen und …. vielleicht auch ein bisserl die Musik  einwirken zu lassen, ich hätte hier passend ein schönes Stück dazu, welches ich zufällig letztens im Urlaub gehört hab.


Und damit hat es sich auch schon wieder mit meiner politischen Meinung hier. In meiner nächsten Sendung am 13. Juni 2016 geht’s dann wieder um Musik, …. nur um Musik, versprochen.