Montag, 17. April 2017

Keep reaching for the stars – meine persönliche # 1 Casey Kasem

signierte Autogrammkarte von Casey Kasem mit persönlicher Widmung


Es gibt gewisse Gewohnheiten, die haben sich in der Kindheit und Jugend eingeprägt, an die erinnert man sich einfach gerne. Eine dieser Gewohnheiten war in meiner Teenager-Zeit ganz am Beginn der 90iger Jahre ein Radio-Fixtermin jeden Samstagnachmittag, Casey Kasem mit seinen „American Top 40/Casey’s Top 40“, damals noch auf Blue Danube Radio (heute Radio FM4) zu lauschen. Ja, Radio hatte damals wirklich noch einen Stellenwert, man schaltete ein um TATSÄCHLICH zuzuhören.

 

Der Grund, warum ich mich gerade jetzt daran erinnere ist der, dass Casey Kasem dieser Tage 85 Jahre alt geworden wäre (er ist am 15. Juni 2014 gestorben).

 

Die Hörgewohnheit bildete sich bei mir derart stark aus, dass ich an diesen Nachmittagen für nichts anderes Zeit hatte. Lernen … unwichtig, Treffen mit Freunden … ging gar nicht. Also saß ich jedes Mal vor meinem Radiogerät für 3 Stunden und habe dieser sympathischen Stimme zugehört, die mir jede Woche aufs Neue etwas über die Popwelt da draußen erzählte. Natürlich habe ich mir zumindest die Top 3 jede Woche mitnotiert. Falls ich es mal vergessen hatte, kein Problem, Kasem hatte ja zu Beginn jeder Sendung die drei besten Songs der Vorwoche nochmals kurz erwähnt. „Who will be on top this week – only one way to find it out, let the countdown begin.“

Mit diesen Worten konnte mein entspannter Samstagnachmittag endlich beginnen. Nicht nur ob der angenehmen Stimme, der kurzen immer wiederkehrenden Jingles und der englischen Sprache begeistert, war ich in meiner Fanbewunderung auch darüber verblüfft, dass es der Moderator jedes einzelne Mal aufs Neue schaffte, so lange über das Intro eines Songs zu moderieren, bis der Gesang punktgenau einsetzte. Erst in Zeiten als sich das Internet verbreitete fand ich dann mal heraus, dass die Moderation von Kasem im Vorfeld im Studio aufgenommen und erst danach dementsprechend alles zusammen mit der Musik abgemischt wurde.

 

Casey Kasem hatte – neben der Idolwirkung auf mich und dem „ich-will-auch-einmal-zum-Radio-Wunsch“ – durchaus auch einen Lerneffekt für mich, immerhin kam die Sendung ja aus den USA und wurde auf Englisch moderiert. Mein Englisch-Deutsch-Wörterbuch wurde damals ziemlich strapaziert, aber so konnte ich meinen englischen Wortschatz erweitern. Eine große Hilfe war, dass Kasem immer dieselben Phrasen verwendete, zur Begrüßung und zur Verabschiedung – quasi sein Erkennungsmerkmal. Etwas, was ich am Anfang als Radiomensch auch immer zu kopieren versuchte, es nach gewisser Zeit aber dann doch lieber gelassen habe.

 

Ungewöhnlich für eine Hitparadensendung war auch, dass es den Programmpunkt „Long distance dedication“ gab, sprich, jemand wünscht sich für jemanden ein Lied und widmet es dieser Person. Die Sendung wurde ja weltweit vertrieben bzw. ausgestrahlt und war daher zu hören „in the 50 states and around the world every week on great radio stations“. Somit hörte man schon Dedications von der alleine zuhause gelassenen Frau für ihren Mann, der im Namen der US of A irgendwo auf dieser Welt gerade im Armeeeinsatz stand.

 

Meine Begeisterung für die Sendung ging sogar soweit, dass ich mir immer wieder Sendungen aufzeichnete, um sie mir später dann als Andenken wieder anzuhören. Jahre danach sollte ich im Internet eine Fanseite finden, welche die originalen Aufnahmen von damals (die Sendungen wurden ursprünglich als Vinyl-Paket an die Radiostationen verschickt) zum Verkauf anbot. Ich hab mir ein paar Sendungen aus purer Nostalgie gekauft.

 

Irgendwann war aber leider Schluss mit Casey Kasem im österreichischen Radio. Neuer Sender, neues Programm, … aber auch neue (englische) Stimmen. Ein gewisser Gilles Peterson hat es mir seit damals angetan, anderes Genre, anderer kultureller Background, aber irrsinnig awesome!

 

Trotzdem, die Erinnerung an mein erstes großes Radioidol wird immer bleiben. Ab und an liegt auch eine Schallplatte der American Top 40 auf meinem Plattenteller und eine gewisse Traurigkeit macht sich breit, wenn dann am Schluss der Sendung Casey Kasem in seiner gewohnt sympathischen Art mir als Hörer sagt, „keep your feet on the ground and keep reaching for the stars“ … und dann ist die Sendung aus, so wie damals, als ich noch ein Teenager war, aber ich wusste ja, der nächste Samstag kommt bestimmt.

Montag, 10. April 2017

60 Minuten - Playlist vom 10. April 2017



Gerade zurückgekehrt von Salzburg hab ich wieder viel Musik mit in diesem Monat ...

The Beach Boys
God only knows
Hater
You tried
Julie Byrne
Follow my voice
Health & Beauty
Wartime
Julie Byrne
Natural blue
DAWA
Child of the sun
Julie Byrne
All the land glimmered beneath
Buzzcocks
Boredom
Les Paul & Mary Ford
How high the moon
Bruce Springsteen
My hometown
Julie Byrne
Melting grid
Temples
Mystery of Pop
Francois & The Atlas Mountains
Grand Dérèglement
Arc Iris
Kingdom come